Wie schon bei meiner letzten Stelle (und in gewisser Hinsicht auch bei meiner vorletzten) ist inzwischen immer sicherer, dass am Ende meines jetzigen Vertrages kein Geld für eine Verlängerung existiert.
Wie bisher ist diese Tatsache völlig leistungsunabhängig. - Wobei ich allerdings zugeben muss, dass diesmal meine Leistung kaum mehr als durchschnittlich war. Aber wie soll man aber auch seine Motivation auf Dauer aufrechterhalten können, nachdem man wiederholt feststellen musste, dass auch volle Motivation und Enthusiasmus, harte Arbeit, allseits hochgelobte Ergebnisse und gute Zusammenarbeit im Kollegenkreis absolut nutzlos ist, wenn man am Ende trotzdem auf der Straße steht...
Wie bisher habe auch weder ich noch mein direkter Chef Einfluss darauf, ob es Geld gibt oder nicht. Bei meinen letzten Stellen wurden von mehreren Etagen höher Befehle heruntergereicht, alle Stellen von neueren Mitarbeitern (und "nein, keine Ausnahmen") wegzustreichen bzw. die Gehälter so zusammenzukürzen, dass jeder, der es noch irgendwie zu etwas leicht Besserem schafft, von selbst geht. Diesmal geht es um Uniprojekte: Ich bin an einem auslaufenden Projekt beschäftigt, für das ein Nachfolgeprojekt auf der Hand liegt. (Und da ich mich gerade erst in dieses erste Projekt eingearbeitet habe, ist für mich auch nur das Nachfolgeprojekt wirklich sinnvoll, weil jeder Projektwechsel keinen Vorteil gegenüber einem kompletten Stellenwechsel hätte.) Die Beantragung des Folgeprojekts, einer Kollaboration diverser Gruppe, liegt in der Hand eines anderen Lehrstuhls, der jegliche Versuche, diesen Prozess zu beeinflussen, zu beschleunigen oder ggf. auch zu übernehmen abblockt mit der Bemerkung, sie hätten alles unter Kontrolle. - Leider stellte sich heute wieder einmal heraus, wie wenig unter Kontrolle sie es in der Tat haben. Nachdem wir seit Monaten immer nur warten, bis die jeweiligen Ansprechpartner aus dem Urlaub oder Krankheit zurückkommen, die nächste Verhandlungsrunde startet, Projektvoranträge geprüft werden u.ä., wurde gerade bekannt, dass der Vorantrag (mangels vorhandener Töpfe) abgelehnt wurde. Allerdings sollen wir jetzt, anstatt andere Fördermöglichkeiten zu prüfen, einfach wieder weiterwarten auf ein "Wunder", weil irgendjemand dort Gerüchte in die Welt gesetzt zu haben scheint, dass evtl. die Geldtöpfe urplötzlich irgendwoher aufgestockt werden könnten. Nur leider läuft das alte Projekt am Jahresende aus und damit mein Gehalt. Zwar kann mein Chef aus Mitteln unseren Lehrstuhls noch ein paar Gelder lockermachen, um mich noch ein halbes Jahr zu behalten. Nur wird das Problem des Folgeprojekts durch endloses Weiterwarten nicht gelöst, und das halbe Jahr hätte vermutlich nur mit Mühe die Zeit überbrückt, wenn der erste Antrag problemlos durchgegangen wäre.
Also, jetzt ist es bestätigt, was seit Monaten schwelte (weswegen ich das Dauerbewerben neben der Arbeit und Familie nie aufgegeben hatte, leider erfolglos): Wieder frisch weiter bewerben, irgendwo wieder ganz von vorne anfangen, quasi als Berufseinsteiger - nur leider wieder etwas älter und wieder eine Unstetigkeitsstufe mehr im Lebenslauf.
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